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Jetzt geht es um Standortbestimmung, zum Beispiel mit Antworten auf die folgenden Fragen: * In mir regen sich Fähigkeiten und Wünsche, denen ich bisher wenig Beachtung und Raum geschenkt habe. Kann ich dieses Lebenspotenzial (oder auch: Lebensguthaben!) mit einigen Sätzen benennen, etwa dahin gehend, in welchen Situationen und zu welchen Zeitpunkten ich an dieses "Ungelebte in mir" erinnert werde? * Empfinde ich den Wunsch, diesem Lebensguthaben in nächster Zeit eine Chance zu geben, sich vermehrt kundzutun? Habe ich dazu bereits konkretere Vorstellungen? Gibt es Menschen, die ich dabei als Verbündete betrachte? Oder bin ich mit meinen Fantasien allein? Was hindert mich zur Zeit daran, Schritte zu mir selbst zu realisieren? * Angenommen, ich könnte mir in nächster Zeit, ganz nach meinem Herzen und frei von jeder anderen Verpflichtung, einen Wunsch erfüllen: Wie lautet dieser Wunsch? Und was "macht es mit mir", dass ich diesen Wunsch in meiner aktuellen Lebenssituation als (noch) nicht erfüllbar betrachte? Wenn ich solchen Fragen in mir Raum und Resonanz gebe, beginnt etwas zu reifen, was Antoine de Saint-Exupéry als "Intelligenz des Herzens" bezeichnet hat. Damit verändert sich die Wahrnehmung des Lebens, des Lebenswerten. Manches, das mich bisher auf Trab hielt und ausser Atem brachte, verliert an Dringlichkeit. Zwanghafte Handlungsabläufe lockern sich, werden gleichsam zu "Spielzügen", über die ich freier, gelassener entscheiden kann. So manches im Leben erblüht (meldet sich gleichsam zurück!),
wenn herzhafte Achtsamkeit den urteilenden Verstand ablöst
- wenigstens ab und zu. Mit Hilde Domin's Dichterworten: Das Glück
ist kein Flugzeug / hat keinen Fahrplan / keinen Lufthafen. / Ein
grosser Vogel / der einen kleinen / auf seine Fittiche nimmt. /
Irgendwo. (et)
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Dieser Aufsatz ist auch in www.reife.ch erschienen.
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