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Grosses Lob gilt denjenigen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in der
reifenden Schweiz - es sind deren sehr viele - welche auch in Zeiten
von Dis-Balance auf dem Arbeitsmarkt ihre jeweilige Stellung nicht
zu Ungunsten der andern Seite ausnützen. Da sie irgendwie spüren,
dass es eigentlich gar keine andere Seite gibt. Weil doch letztlich
alle von allen abhängig sind. Nicht nur im metaphysischen,
sondern auch im materiellen Sinn.
Was leider allzu oft vergessen geht. Beispiel: da ist eine Firma,
welche Mitarbeitende bei geringstem Anzeichen eines Absprungs zur
Konkurrenz gleichentags vor die Türe stellt. Aus Angst vertrauliche
Informationen würden mitgehen. Jedoch geht vergessen, dass
solche Ex-Mitarbeitende eines Tages die (teueren) Geräte nicht
von der alten Firma für ihren neuen Arbeitgeber einkaufen werden.
Total Quality Management hat meines Erachtens neben den technischen
Aspekten eben auch sehr viel mit Human Resources Management zu tun.
Und in dieser Hinsicht wäre es wohl angemessen, sich wieder
etwas auf die längerfristigen Perspektiven zu besinnen. Eben
darauf, dass alles und alles wirklich zusammenhängt.
Anderes Beispiel gefällig: ich bin erstaunt, wie wenig das
goldene Instrument des Feedback gebraucht wird. Im Sinne
dieser erwähnten Vernetztheit und Abhängigkeit mit allen
(und allem) wäre doch ein Ausdruck der gegenseitigen Wertschätzung
(im Sinne von: "Bei uns ist der Kunde König" oder
"Unsere wichtigste Ressource sind die Mitarbeitenden")
auch in scheinbar kleinen Dingen wichtig. So z.B. ein Bescheid auf
die eingereichte Bewerbung mit Rücksendung der Unterlagen.
Auch wenn diese in Massen eingetroffen sind. Oder: ein Dank an die
Organisatoren des Gemeindeanlasses. Oder ein Feedback zu einer eingereichten
Beschwerde über ein Produkt. Oder ein Telefon wegen verspäteter
Lieferung. Oder eine Dankeskarte an die Person, welche bei der Jobsuche
mit Informationen weitergeholfen hat. Tausende weitere tägliche
Beispiele könnten erwähnt werden, wo wir uns freuen, wenn
wir von der andern (Markt-)Seite einen Feedback bekommen. Nach einer
Einladung zur Schifffahrt vielleicht, oder zur Oper. Und wir kehrum
das Gleiche tun würden.
Im Kleinen und Alltäglichen könnte geübt werden,
was auch zum reifenden Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Bürgerin
und Welt-Bewohner führt. Das Ernstnehmen des Gegenübers.
Einfach nach der goldenen Regel: so wie ich es selbst von der andern
Seite schätzen würde. Es wäre zudem auch "good
business". Der vom alten Job zum Konkurrenten und dann zum
Anwender Weggehende würde dann viel eher die Ausrüstung,
den Service der ehemaligen Firma bestellen, nun da er in eine gehobenen
Position aufgestiegen ist.
Schlüssel zu einem reifenden Verhalten der gegenseitigen Achtung
und Wertschätzung ist wohl diese Einsicht des Zusammenhängens
aller Dinge. Und die Dankbarkeit für die Existenz aller Dinge
und Phänomene. Die reifende Schweiz, besser, der reifende Schweizer
und die reifende Schweizerin sind eben vielleicht daran zu erkennen,
dass sie sich erkenntlich zeigen. (PKay)
Dieser Artikel kann auch in www.reife.ch
eingesehen werden.
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