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Dankbarkeit, Reife und LifeDesigning


Von Peter Kessler

Obwohl der Titel wahrscheinlich eher positive Haltungen und Auswirkungen auf unser Leben signalisiert, beginne ich hier meine Überlegungen mit den schrecklichen Ereignissen von 9/11 und aus dem unmittelbaren Heute, nämlich Madrid. Welch fürchterliche Spirale der Gewalt im so viel versprechenden neuen Millennium. Wobei noch ungezählte weitere Beispiele von Attentaten, Morden und Verletzungen zubuche stehen, welche wir uns mit gesundem Menschenverstand gar nicht ausdenken können. Angesichts dieser Bilder von Verwüstung und Tod, welche uns ja nicht nur auf der Weltebene, sondern auch in unserer täglichen Umgebung Begleiter sind, fallen Gedanken zu Dankbarkeit, Reife und LifeDesigning geradezu blasphemisch auf. Sogar ärgerlich, möglicherweise. Wofür denn noch dankbar sein? Was soll Lebensgestaltung damit zu tun haben? Sogar Reifen?

Br. David Steindl-Rast, Mönch, Psychologe, Wissenschafter und Brückenbauer zwischen Ost und West hat seine Gedanken und Sichten eines langen Lebens zur Website www.gratefulness.org reifen lassen. Beim Start der Site www.reife.ch von Zukunftsphilosoph Andreas Giger (unter Mithilfe einer kleinen Gruppe am Reifen Interessierter) kam
Br. Davids Kommentar aus USA: "Glückwünsche zu diesem längst nötigen Projekt! Bitte haltet mich auf dem Laufenden". Meine eigene Homepage www.LifeDesigning.ch (im Status nascendi) will Anregung und Unterstützung geben, das Leben selbstmächtig Richtung "Schönes Leben" (Schmid) zu gestalten.

Auffällig ist, dass wir alle drei in dieselbe Richtung zielen, uns wohl in den Details in vielem unterscheiden, zugleich auch unterstützen, vervollständigen und auch gelegentlich hinterfragen. Und wo stehen wir Drei, wenn wir als Lackmustest das Umgehen mit oben erwähnten - heute alles individuelle und gemeinschaftliche Leben durchdringenden - Horror- und Bedrohungssituationen als Aufgabe von Dankbarkeit, Reife und LifeDesigning gestellt erhalten?



Getrenntsein, weitere Individualisierung, nur materielles Wachstum und Konkurrenz bis aufs Blut können angesichts der überwältigenden Bedrohungen auf physischer, psychischer und spiritueller Ebene - der Bombenterror nur als Beispiel - nicht die richtigen Schritte zur Heilung unseres Planeten sein. Kooperation im individuellen und gesellschaftlichen Reifen aus einer grundsätzlichen Haltung von Dankbarkeit hingegen sind Wege in dieser grossen Herausforderung. Und beginnen mit vielen kleinen Schritten. Diese werden unterstützt durch LifeDesigning, dem Einsetzen unserer besten Gaben (Fähigkeiten, Potentiale) auf unserer Lebensreise. Zum Wohle des Ganzen und in Hinsicht auf unsere eigene Lebensqualität.

Und wie soll eine Zusammenarbeit aussehen, eine Kooperation, welche sich fruchtbar wie umweltverträglicher Dünger für ein Leben zum Miteinander auswirken kann? Ich denke, dass es mit einem sich gegenseitig Kennen und Schätzen lernen beginnt. Nicht nur im Austausch von Ideen, Informationen, persönlichen Begegnungen, sondern im stillen Betrachten von dem Andern, dem Schätzen seiner Meriten, dem Anerkennen von Differenzen und andern Sichtweisen. So etwa, wie die westliche Welt daran ist, aus der östlichen Philosophie (Yoga, Buddhismus u.a.) zu lernen. Und aus dieser Haltung des Lernens, des Staunens, der Dankbarkeit, des Reifens, des Gestaltens und Handelns kann Neues wachsen, welches der Angst, der Unruhe, Kälte und Abneigung das entgegenstellt, was Br. David mit "Common Sense" umschreibt. Gesunder Menschenverstand.

Mit diesen Gedanken wollte ich einfach aus meinem Herzen das zu Papier bringen, was - nach dem vertieften Kennen lernen von allen drei Cyber-Kindern - eine möglicherweise reifende Vision von Verbundenheit der Intentionen werden könnte. Es hat viel Platz auf einem solchen Schiff: Sie sind willkommen beim gemeinsamen Weiterdenken. (PKay, 3/2004)

Diesen Aufsatz finden Sie auch auf www.reife.ch Frühling 2004

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